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CRM oder ERP: Der Unterschied und was Sie zuerst brauchen

CRM und ERP unterscheiden sich wie Front Office und Back Office: Kundengewinnung hier, Abwicklung dort. So entscheiden Sie, womit Sie zuerst beginnen.

4 Min. Lesezeit

Von WebDrift RedaktionRead in English

Zwei Glaskugeln, eine mit Handschlag-Symbol, eine mit Zahnrädern, verbunden durch eine Brücke aus Licht auf dunklem GrundBusiness-Systeme

Ein CRM verwaltet Ihre Kundenbeziehungen vom ersten Kontakt bis zum Angebot, ein ERP-System wickelt Aufträge, Lager, Einkauf und Buchhaltung ab. Man spricht von Front Office und Back Office: Das CRM gewinnt Kunden, das ERP erfüllt den Auftrag. Was Sie zuerst brauchen, hängt davon ab, wo es in Ihrem Betrieb aktuell hakt.

Was ist der Unterschied zwischen CRM und ERP?

Die Tabelle stellt beide Systeme gegenüber.

KriteriumCRMERP
BereichFront Office: Vertrieb, Marketing, KundenkontaktBack Office: Abwicklung, Lager, Einkauf, Finanzen
LeitfrageWer interessiert sich für uns, wie weit ist das Gespräch?Was wurde bestellt, geliefert und bezahlt?
KerndatenKontakte, Anfragen, Gespräche, Angebote, StatusArtikel, Bestände, Aufträge, Rechnungen, Zahlungen
Typische NutzerVertrieb, Geschäftsführung, KundenserviceLager, Einkauf, Buchhaltung, Produktion
ErgebnisMehr Abschlüsse, weniger vergessene AnfragenWeniger Fehler, aktuelle Bestände und Zahlen

Beide Systeme überschneiden sich bei Kundenstammdaten, Angeboten und Rechnungen. Deshalb entscheidet nicht der Name, sondern die Frage, wo bei Ihnen die meiste Zeit und die meisten Fehler entstehen.

Womit sollten Sie zuerst beginnen?

Fragen Sie sich, wo es am meisten wehtut. Gehen Anfragen verloren, werden Angebote nicht nachgefasst und wissen Sie nicht, wie viele Interessenten im Gespräch sind, beginnen Sie mit einem CRM. Stimmen dagegen Bestände nicht, werden Bestellungen doppelt erfasst oder dauert der Monatsabschluss Tage, brauchen Sie eher eine Warenwirtschaft oder ein ERP-System.

Für die meisten Dienstleister ist ein CRM mit Rechnungsprogramm ein guter Anfang. Händler mit Lager starten oft mit der Warenwirtschaft und ergänzen ein CRM später. Eine Entscheidungshilfe für das CRM finden Sie in Wann lohnt sich ein CRM für kleine Unternehmen?, eine Erklärung des anderen Systems in Was ist ein ERP-System?.

Manche Anbieter verkaufen beides als Paket. Das kann praktisch sein, bringt aber Abhängigkeit mit sich. Prüfen Sie, ob Sie Daten exportieren und einzelne Teile später austauschen können.

Wie arbeiten beide Systeme zusammen?

Sobald beide im Einsatz sind, entsteht Doppelarbeit, wenn Sie Daten von Hand von einem System ins andere übertragen. Dafür gibt es Schnittstellen: Wird im CRM ein Angebot angenommen, erzeugt das System automatisch einen Auftrag im ERP. Wird dort die Rechnung bezahlt, sieht der Vertrieb das im CRM. Technisch nutzen solche Verbindungen meist eine API, eine Schnittstelle, über die Programme miteinander sprechen. Mehr dazu in Was ist eine API?.

Wichtig ist eine klare Regel, welches System für welche Daten führend ist. Kundenstammdaten pflegen Sie zum Beispiel nur im CRM, Artikelbestände nur im ERP. Ohne diese Regel stehen irgendwann zwei verschiedene Adressen im System, und niemand weiß, welche stimmt.

Was kostet das Zusammenspiel?

Die Kosten hängen vom Umfang der Systeme und der Schnittstellen ab. Bei WebDrift beginnen Business-Systeme bei 3.900 € zuzüglich 149 € im Monat für Hosting und Support; der Preis richtet sich nach Umfang und Anbindungen. Alle Preise sind Endpreise nach § 19 UStG. Planen Sie zusätzlich Zeit für Datenübernahme und Schulung ein, denn sie kann mehr kosten als die Software selbst.

  • Schmerzpunkte aufgeschrieben: verlorene Anfragen, Bestandsfehler, Doppelerfassung
  • Entschieden, ob zuerst Vertrieb oder Abwicklung verbessert wird
  • Festgelegt, welches System für welche Daten führend ist
  • Schnittstellen zwischen den Systemen geklärt
  • Zeit für Datenübernahme und Schulung eingeplant
  • Mit einem System gestartet und Erfahrungen ausgewertet

Fazit: Erst den größten Schmerz lösen

CRM und ERP ergänzen sich, und keins muss sofort alles können. Lösen Sie zuerst das Problem, das Sie am meisten Zeit oder Kunden kostet, und verbinden Sie die Systeme, sobald beide laufen. Wenn Sie Hilfe bei der Reihenfolge möchten, schildern Sie uns Ihren Ablauf.

Quellen

#CRM#ERP#CRM ERP Unterschied#Business-Systeme#Kundenverwaltung#Schnittstellen

HÄUFIGE FRAGEN

Kurz beantwortet.

01Kann ein ERP-System ein CRM ersetzen?
Viele ERP-Systeme enthalten eine einfache Kundenverwaltung. Für Anfragen, Angebote und Nachfassen sind sie aber oft weniger komfortabel als ein eigenes CRM.
02Kann ein CRM Rechnungen schreiben?
Manche CRM-Systeme bringen Angebote und Rechnungen mit. Für Lager, Einkauf und Buchhaltung brauchen Sie jedoch zusätzliche Werkzeuge.
03Womit beginnt ein Dienstleister am besten?
Meist mit einem CRM und einem Rechnungsprogramm. Ein ERP-System kommt erst in Frage, wenn Lager, Einkauf oder Fertigung hinzukommen.
04Was bedeutet Schnittstelle zwischen CRM und ERP?
Eine Schnittstelle überträgt Daten automatisch von einem System ins andere, zum Beispiel einen gewonnenen Auftrag vom CRM in die Auftragsabwicklung. Sie verhindert doppelte Eingaben.
05Wie vermeide ich Doppelarbeit, wenn ich beides nutze?
Legen Sie fest, welches System für welche Daten führend ist. Kundenstammdaten pflegen Sie zum Beispiel nur im CRM, Bestände nur im ERP.

ÜBER DIE REDAKTION

WebDrift Redaktion

Die WebDrift Redaktion ist das Team hinter WebDrift in Dresden für Entwicklung, Design, KI-Automatisierung und Sichtbarkeit. Wir schreiben über das, was wir täglich für kleine und mittlere Unternehmen bauen: ehrlich, praxisnah und ohne erfundene Zahlen.